Diabetische Retinopathie (DR) - Erblindungsgefahr
  • Der behandelnde Arzt sorgt dafür, dass beim Diabetes - Kranken regelmäßig augenärztliche Kontrollen wegen der Gefahr der Retinopathia diabetica durchgeführt werden
  • Unbehandelt führt die Retinopathia diabetica zur Erblindung
 
Zum Verständnis der diabetischen Retinopathie
 
Die diabetische Retinopathie
  • Ist eine Spätkomplikation des Diabetes
  • Diabetiker haben ein 10-20 fach höheres Erblindungsrisiko als die Normalbevölkerung
  • Sie ist die häufigste Erblindungsursache in der Bevölkerung zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr

 
Pathogenese

Die diabetische Retinopathie ist eine Mikroangiopathie

  • Verdickung der kapillaren Basalmembranen
  • Kapillarer Endothelzellschaden
  • Perizytenschwund (-> Mikroaneurysmen)
  • Erhöhung der Blutviskosität
  • Thrombozytenaggregation
  • Kapillarverschlüsse (-> Bildung von Kollateralen)
  • Erhöhte Gefäßpermeabilität (-> Ödem, lipoide Exsudate, Blutungen)
  • Gefäßneubildungen

 
Risikofaktoren für eine diabetische Retinopathie

1. Dauer des Diabetes
Alter der Erstmanifestation
Zeitintervall (Mittel)
0-10
11-25
26-50
51-65
> 65
17,0
16,3
13,0
8,7
1,7
Auftreten einer diabetischen RP in Jahren (nach Körner)

 
2. Weitere Risikofaktoren
  • unzureichende Blutzuckereinstellung
  • Hypertonie
  • Nierenerkrankung
  • Anämie

 

Diabetiker erblinden vor allem an den Folgen der proliferativen Retinopathie

Praktische Erblindung und Berufsunfähigkeit bei fortgeschrittener diabetischer Makulopathie

 
Therapie

 
Nicht proliferative diabetische Retinopathie
 
Beginnende Retinopathia diabetica
  • Mikroaneurysmen der Netzhautkapillaren
  • Blutungen
  • Lipideinlagerungen ("harte Exsudate")

 
Fortgeschrittene Retinopathie
  • Grossfleckige Blutungen
  • Ausgedehnte harte Exsudate
  • Diabetische Makulopathie

Proliferative diabetische Retinopathie (PDR)
 
Proliferative Retinopathie
  • Gefässneubildungen im Netzhautniveau

 
Proliferative Retinopathie mit Blutung

 
Massive Proliferationen in den Glaskörper

 
Traktionsmotio
  • Durch Traktionen zwischen Gewebsneubildung im Glaskörper und der Netzhaut entwickelt sich eine Traktionsamotio