Petechien am Unterarm
(Foto: Departement Innere Medizin, Inselspital Bern)

Anämie und Thrombozytopenie.

Anämie und Thrombozytopenie bei einem fiebernden Patienten mit einer Reiseanamnese sind verlässliche Kennzeichen einer Malariainfektion.
Das Ausmass der Anämie ist von der Plasmodienspezies abhängig und ist bei P.falciparum am ausgeprägtesten. Es handelt sich um eine normozytäre und normochrome hämolytische Anämie. Die Hämolyse findet hauptsächlich in der Milz statt, also vor allem extravaskulär; deshalb entsteht eine Splenomegalie. Der Hämatokrit kann bis unter 35% fallen. Die Anämie ist oft schwerer als von der Parasitämie her erwartet wird. Einerseits werden auch nicht befallene Erythrozyten zerstört, andererseits wird eine Suppression des Knochenmarks vermutet, deren Pathogenese nicht geklärt ist. Typischerweise fehlt eine adäquate Retikulozytose.
Je schwerer die Infektion verläuft, umso ausgeprägter ist die Thrombozytopenie. Bei einer leichten Infektion sinken die Thrombozyten bis höchstens auf 100'000/µl ab. Bei einer schweren Infektion durch P.falciparum kommt es zu einem stärkeren Absinken der Thrombozyten, was zu Petechien führen kann.